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Digitaler Stadtrundgang zur Geschichte Hannovers 1933-45

jn veröffentlicht am: 21. März 2016

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Eine interaktive Karte der Innenstadt Hannovers führt zu 30 Orten, die exemplarisch für Verfolgung und Widerstand während des "Dritten Reiches" stehen.


Seit dem 15. Dezember 2015 ist der digitale Stadtrundgang des Netzwerks Erinnerung und Zukunft  e. V.  und des Stadtjugendrings Hannover e. V. online. Eine interaktive Karte der Innenstadt Hannovers führt zu 30 Orten, die exemplarisch für Verfolgung und Widerstand stehen:

  • Zerstörte Gebäude der jüdischen Gemeinde
  • Stolpersteine vor den letzten frei gewählten Wohnungen von rassisch oder politisch Verfolgten
  • Ehemalige Gefängnisse
  • Dem 1933 im Handstreich gestürmten Gewerkschaftshaus
  • Und viele mehr...

> Zum digitalen Stadtrundgang

Dabei werden auch weniger bekannte Aspekte angesprochen, wie z.B. die Mittäterschaft der Stadtverwaltung und der Finanzbehörden bei Vertreibung und finanzieller Ausplünderung der jüdischen Einwohnerschaft.

Das Portal

Das netzbasierte Portal ist auf Smartphones und Tablets abgestimmt. Der Einstieg oder eine bestimmte Abfolge der Orte sind nicht vorgegeben. Bewusst wurde die Form einer Internetseite statt einer App gewählt, um Unabhängigkeit von App-Shops zu wahren. Dieser Stadtrundgang bietet besonders Jugendgruppen und Schulklassen die Möglichkeit, selbstständig Spuren der jüngeren Geschichte in ihrem lokalen Umfeld zu entdecken. Adressaten sind aber auch Erwachsene – darunter nicht zuletzt in- und ausländische BesucherInnen der Landeshauptstadt, denen nun ein alternatives Angebot zu den herkömmlichen touristischen Rundgängen zur Verfügung steht. Es ist eine englische Version geplant. 

Das Projekt

Die Internetseite www.zukunft-heisst-erinnern.de stellt ein offenes Arbeitsprojekt dar. Auf der gegebenen technischen Basis sollen weitere Stadtteile Hannovers sowie Städte und Gemeinden der Region Hannover aufgenommen werden. Angesprochen sind besonders ehrenamtlich Engagierte aus der gesamten Region, um die Ergebnisse ihrer Lokalforschung zur NS-Zeit darzustellen. Im Idealfall ergibt sich aus der Summe der lokalen Beiträge eine umfassende regionale Topographie der Verfolgung und des Widerstands. Dabei wird eine enge Verbindung sowohl zur Gedenkstätte Ahlem als der zentralen Gedenkstätte der Region Hannover, als auch zur Städtischen Erinnerungskultur der Landeshauptstadt Hannover gesucht. Der besondere und kollaborative Charakter des Projekts vernetzt also zivilgesellschaftliche Akteure untereinander und mit Gebietskörperschaften der Region Hannover. 

Längerfristig ist auch eine Zusammenstellung von ergänzenden Materialien sowie Arbeitsblättern etwa in Form einer Loseblattsammlung für den Gebrauch an Schulen geplant.

 

Die VHS Hannover ist Mitglied des Netzwerkes Erinnerung und Zukunft.

 

Bildnachweis: Netzwerk Erinnerung und Zukunft e.V.


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