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Wandeln und Denken "zwischen den Welten": Chaim Zhitlowsky Philosoph, Sozialrevolutionär und Theoretiker einer sekulären nationaljüdischen Identität

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Dienstag, 08. Mai 2018 18:00–21:00 Uhr

Kursnummer 24002Q2
Datum Dienstag, 08.05.2018 18:00–21:00 Uhr
Anzahl Termine 1 x
Gebühr kostenlos
Ort Volkshochschule Burgstraße / Saal
Burgstraße 14
30159 Hannover

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Vortrag in Kooperation mit der Deutsch – Israelischen Gesellschaft
von Dr. Kay Schweigmann-Greve

Chaim Zhitlowsky (1865-1943) verkörpert in seiner eigenen Biographie den gewaltigen Modernisierungsschub, den das osteuropäische Judentum beginnend im letzten Drittel des 19. Jh. erlebte: Geboren in einem chassdisch-orthodoxen Elternhaus assimilierte er sich zunächst an die revolutionäre russische Jugend und musste in die Schweiz emigrieren. In späteren Jahren lebte er als Journalist und Publizist in New York.
Juden sollten, so meint er mit Blick auf Osteuropa, zukünftig gemeinsam siedeln um sich besser gegen Pogrome schützen und ihre in Jiddisch sich artikulierende Nationalkultur entwickeln zu können. Israel war für ihn dabei eine Zukunftsoption unter anderen. In den Dreißigerjahren warb er für das jüdisch-sowjetische Siedlungsprojekt in Birobidschan.
Selbst stark vom Neukantianismus beeinflusst setzte er sich politisch und philosophisch mit dem Marxismus auseinander und kritisiert bereits um 1900 die hegel/marxsche Dialektik mit Argumenten, die ein halbes Jahrhundert später Karl Popper berühmt machen sollten. Er publiziert u.a. in den „Sozialistischen Monatsheften“, dem Theorieorgan der deutschen Sozialdemokraten um Eduard Bernstein, die den engen Marxismus kautsyscher Prägung hinter sich lassen wollten.
Im Jahre 1910 übersiedelt er in die USA, wo er u.a. für den jüdischen Arbeiterring, die sozialistische Schulbewegung und als Repräsentant der russischen Sozialrevolutionären Partei tätig ist. Seine Artikel erscheinen in New Yorker jiddischen Zeitungen aber auch der jiddischen Presse weltweit. Jahrzehntelang kritisiert er als demokratischer Sozialist die Sowjetunion, nähert sich dieser in der Mitte der Dreißigerjahre jedoch an, da er glaubt, nur Stalin könne die europäischen Juden vor Hitler retten. 1943 stirbt er überraschend auf einer Vortragsreise mitten in der politischen Arbeit.
Zhitlowsky ist ein undogmatischer Linker und ein kritischer jüdischer Intellektueller, dessen Lebensweg und Einsichten auch heute noch von Interesse sind.

Kursnummer 24002Q2
Haus der VHS, Saal
Dienstag, 08.05.18, 18.00-21 Uhr
entgeltfrei


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